Stadtmuseum erzählt Textilgeschichte weiter

Volksbank und VR-Stiftung unterstützen Sonderausstellung

Quelle: Grafschafter Nachrichten vom 4. September 2019

Autor: Norman Mummert

Nordhorn. Das Stadtmuseum in Nordhorn wird in diesem Jahr 25 Jahre alt, der Grafschafter Museumsverein fünf Jahre älter. Zu diesem Anlass gibt es eine Sonderausstellung über Gegenwart und Zukunft der Textilindustrie. Volksbank und VR-Stiftung geben 12.000 Euro.

Die Grafschafter Textilgeschichte ist noch nicht auserzählt. So sieht es das Stadtmuseum Nordhorn um dessen Leiterin Nadine Höppner. Anlässlich gleich zweier Jubiläen plant das Geschichtshaus eine Sonderausstellung zur Gegenwart und Zukunft der hiesigen Textilindustrie. Mit der Eröffnung der Ausstellung „Mit Vergangenheit in die Zukunft“ am Sonntag, 15. September, um 11 Uhr im Manz-Saal im Nino-Hochbau, feiert das Stadtmuseum sein 25-jähriges Bestehen und der Museumsverein sein 30. Jubiläum.

Grafschafter Volksbank und die VR-Stiftung Norddeutschland unterstützen die Sonderausstellung finanziell und haben am Montag einen Scheck über 12.000 Euro an Höppner und den Museumsverein überreicht. Der starke Lokalbezug und das ehrenamtliche Engagement im Haus haben Bank und Stiftung nach eigenen Angaben dazu bewegt, 8000 Euro (VR-Stiftung) und 4000 Euro (Grafschafter Volksbank) nach Nordhorn zu überweisen, damit die regionale Textilgeschichte weitergeschrieben werden kann.

Denn: Mit Nino, Rawe und Povel verschwand keineswegs die Textilindustrie aus der Grafschaft. „Wir haben immer noch 70 Betriebe inklusive Zulieferer“, rechnet der Präsident des Museumsvereins, Dr. Werner Rohr, vor. Jürgen Timmermann, Vorstand der Grafschafter Volksbank, nickt bestätigend. Die Textilindustrie sei für die Region ein weiterhin wichtiges Glied in der Wertschöpfungskette. Einige der Betriebe genießen europaweit einen guten Ruf, nur in der eigenen Heimat seien sie weitestgehend unbekannt, erläutert Rohr. Mit der Sonderausstellung soll sich das ändern. 14 Textilunternehmen beteiligen sich an dem Jubiläumsprojekt. Die neue Ausstellung ist noch nicht aufgebaut, zum Pressetermin hat Museumsleiterin Nadine Höppner eine Rolle klassisch-blauen „Nino-Flex“ mitgebracht. „Der Stoff wird weiter im großen Stil gehandelt“, berichtet die Historikerin. „Heute werden daraus Anzüge von Modemarken wie Hugo Boss oder Armani gefertigt.“

Der „Baumwollfaden“, an dem die Grafschaft viele Jahre hing, soll in der Sonderausstellung angeknüpft werden an die Gegenwart. Auf sogenannten Themeninseln präsentieren sich die gegenwärtigen Textilunternehmen und zeigen, was sie können und welche Sparten sie bedienen. Enden soll der neugeknüpfte Baumwollfaden dann in einem „Zukunftsraum“. Dort wird thematisiert, wie es mit der Grafschafter Textilindustrie weitergeht, welche Stoffe künftig produziert werden und vor welchen Herausforderungen die Branche stehen könnte. Außerdem erwarten die Besucher eine Selfie-Station, an der sie in frische Roben aus der Grafschaft schlüpfen können sowie ein Mitmachlabor für Kinder. „Wir wollten keine Rückschau auf die eigene Geschichte“, erläutert Höppner. Stattdessen steht die textile Gegenwartsgeschichte im Mittelpunkt der Jubiläumsausstellung. Lobende Worte gibt es vom Vorstandsvorsitzenden der VR-Stiftung, Harald Lesch. Er preist die Initiative als „in besonderer Weise mit den Menschen vor Ort verbunden und in der Wirtschaftsregion fest verwurzelt“.

Die Ausstellung ist bis 29. Februar zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis sonnabends von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr.

 

12.000 Euro für die beiden Jubilare Stadtmuseum und Museumsverein: Die Grafschafter Volksbank und die VR-Stiftung unterstützen und ermöglichen die neue Sonderausstellung. Freudige Gesichter gibt es daher bei (von links) Museumsleiterin Nadine Höppner, Jürgen Timmermann (Vorstand Grafschafter Volksbank), Jutta Bonge (Museumsverein), Dr. Werner Rohr (Präsident des Museumsvereins), Michael Weggebakker (Bereichsleiter Grafschafter Volksbank) und Harald Lesch (VR-Stiftung). Foto: Hermann Brünink